DIE SAALGESCHICHTE
Der Saal des All Colours Theatre befindet sich im Gebäude, welches ein seltsames Schicksal hat. Ursprünglich als KLOSTER DER BESCHUHTEN KARMELITEN DES ST. HAVEL im Jahr 1671 durch die berühmten Bauherren GIOVANNI DOMENICO ORSI DE ORSINI (1633 - 1679) und ANSELMO MARTINO LURAGO (1701 - 1765) erbaut. Der Saal diente als Speisesaal – also als Refektorium.
Im Jahr 1786, nach der Klosterauflösung, hatte unter anderem die staatliche Manufaktur zur Herstellung von Spitzen und eine Reihe von Geschäften im Gebäude ihren Sitz und für deren Zwecke kam es im Zeitraum des Jahres 1832 zur Anpassung des Innenraums. Einen grundsätzlichen Eingriff stellten jedoch die im Innenbereich in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts durchgeführten Anpassungen dar; im Jahr 1938 erfolgte eine Adaptation des Gebäudes durch den Architekten J. Rössler statt und der Saal wandelte sich temporär zu einem prominenten Kaffeehaus um.
Die bizarrsten Vorkommnisse erlebten das Gebäude und der Saal nach dem Jahr 1948. Damals erfolgte hier die Gründung des Instituts für Geschichte der KSČ. Am Anfang der sog. Normalisierung in den siebziger Jahren wurde das Gebäude aufwendig renoviert, denn es musste der Betrieb des Hauses für sowjetische Wissenschaft und Kultur eingeleitet werden. Der eigentliche Saal wurde zur Abhaltung von Vorlesungen und Konzerten umgebaut.
Weitere Umbauten fanden im Jahr 1993 statt, als in diesen Bereichen das Schwarze Theater All Colours Theatre mit seiner Tätigkeit begann, bzw. der Betreiber diesel Theaters – die Gesellschaft Interart Production a.s. Diese hat dann auf eigene Kosten im Winter 2000-2001 den Bau eines Theaterbalkons umgesetzt, wobei die Saalkapazität um mehr als 50 Sitzplätze erweitert wurde.
Nur im Flügel, wo sich das ehemalige Refektorium befindet, heute der Theatersaal, blieben die frühbarocken Wölbungen bestehen. Im eigentlichen Saal befinden sich die ursprünglichen Stuckverzierungen und Deckenmalereien mit biblischer Thematik, die sich auf den ursprünglichen Zweck konzentrieren (Letztes Abendmahl, der Traum des Jacob und Christus in Emauze) aus den Jahren 1730 – 1740.





